Die Elemente des Unterrichtskonzepts


Im Folgenden werden die einzelnen Elemente unseres Unterrichtskonzeptes beschrieben. Durch die Neugestaltung des Unterrichts haben wir unser pädagogisches Konzept hin zu einem neuen Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern entwickelt.


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Assembly – gemeinsamer Start in den Tag

Das Assembly ist ein gemeinsamer Start aller Schülerinnen und Schüler in den Unterrichtstag. Hier steht einerseits das Soziale, wie z.B. Geburtstage, Lieder oder Denkanstöße im Fokus, auf der anderen Seite wird im Assembly Organisatorisches, die gesamte Schulgemeinschaft betreffend, besprochen.

 

Daltonphase
In der Daltonphase (Selbsttätigkeitsphase) wird der altershomogene Klassenverbund aller SchülerInnen aufgehoben und sogenannte Lernbüros zur Verfügung gestellt. Lernbüros (in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch) sind Klassenräume mit fachspezifischen Unterrichtsmaterialien, in denen SchülerInnen unterschiedlicher Schulstufen zum Lernen zusammenfinden.

In dieser Phase hat jeder Schüler unserer Schule die Wahl, welchen Lerninhalt er in welcher Sozialform (Einzel,- Partner-, Gruppenarbeit) bei welchem Lehrer bearbeitet. In der praktischen Umsetzung gestalten die SchülerInnen den Lern- und Arbeitsprozess selbständig im Rahmen der Vorgabe durch die Lernpläne. Diese Freiheit in Gebundenheit stärkt die Selbständigkeit und die Eigenverantwortlichkeit. Weil SchülerInnen in mehrfacher Hinsicht frei entscheiden können, steuern sie selbst neben der Kommunikation auch ihr Lerntempo und ihren Lernweg. Dies schließt auch ein, dass die SchülerInnen im Sinne einer Steigerung der „Lernfreude“ nach Neigung bzw. Notwendigkeit Schwerpunkte setzen können. Fällt einem Schüler ein Unterrichtsinhalt/-fach leichter, kann er Lernzeit zugunsten eines anderen Inhaltes/Faches verschieben, bei dem er Probleme hat. In diesen Phasen ergeben sich vielfältige Formen kooperativen Lernens, die durch dieses Unterrichtskonzept per se Jahrgangsstufen übergreifend organisiert sind.

 

Lernpläne (Assignments)
Jeder Schüler erhält pro Lernphase für jedes Fach einen Lernplan (Assignment) für fünf Unterrichtswochen. Diese Assignments sind didaktisch fundierte und methodisch durchdachte Lernaufgaben, die den SchülerInnen von den Lehrpersonen ausgehändigt werden und die innerhalb des vorgegebenen Zeitraumes zu bearbeiten sind.

In tabellarischer Form enthält ein Lernplan für jede Lernwoche die Unterrichtsinhalte des Klassenunterrichts und in einer gesonderten Spalte die Arbeitsaufträge zur selbstständigen Bearbeitung. Durch seine Unterschrift in der jeweiligen Lernwoche erklärt der Schüler, dass er seinen Auftrag vollkommen erledigt hat und sich ihm keine inhaltlichen Fragen zu dem Themenbereich mehr stellen. Hierdurch hat der Schüler selbst, aber auch seine Lehrer und Eltern jederzeit die Möglichkeit der Kontrolle. Denn es darf natürlich nicht erst am Ende einer Lernphase oder gar in Klassenarbeiten offenbart werden, dass ein Schüler Probleme hat. Daher ist im Lernplan konkret festgelegt, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form die Ergebnisse des selbstständigen Arbeitens einer Lernphase vorgelegt werden und wie diese in den Klassen-/ Kursunterricht zurückfließen.

Neben vorbereitenden und nachbereitenden Aufgaben ergeben sich Möglichkeiten des praktischen oder experimentellen, sowie des vernetzten und fächerübergreifenden Arbeitens oder Gelegenheiten für längerfristige Projekte. Nicht zuletzt bieten die Lernpläne eine gute Möglichkeit der inneren Differenzierung. Während leistungsstarke Schüler eine Sonderaufgabe erhalten können, ist es für lernschwächere Schüler besser, verstärkt zu wiederholen und Inhalte einzuüben. Können Schüler oder Lehrer wegen Krankheit nicht in der Schule sein, bieten die Lernpläne eine sehr konkrete Handlungsanweisung zur Nacharbeit und erhöhen die Qualität des Vertretungsunterrichts. Zudem werden Daltonstunden nicht vertreten, weil sich die Schüler auf andere Kollegen verteilen. Am Schuljahresende hält der Schüler mit den gesammelten Lernplänen sein Lerntagebuch in Händen.

 

Special Calls & Organising Time
Special Calls sind Unterrichtseinheiten, in denen neue Themenbereiche eingeführt oder bereits bekannte Themen gemeinsam wiederholt, geübt und damit gefestigt werden. Pädagoginnen und Pädagogen vermitteln hier Lehrinhalte, die die Basis für das selbständige Arbeiten in der Daltonphase darstellen. Durch die individuellen Lernprozesse können sich in dieser Lerneinheit Zeiträume öffnen, die von SchülerInnen für persönliche Interessen, Wünsche, Begabungen, etc. genutzt werden dürfen.

In dieser Phase sind die Schülerinnen und Schüler im Klassenverbund organisiert. Sie haben jedoch stets die Möglichkeit, in den offenen Gruppenräumen ihrer Arbeit nachzugehen.

 

Fachkonferenzen
Fachkonferenzen sind geblockte Unterrichtseinheiten in den Zweitfächern (z.B. Geografie, bildnerische Erziehung, Geschichte, usw.), die sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen erstrecken. Als Nächstes folgt ein Beispiel für Fachkonferenzen im Epochenunterricht:

In den letzten Wochen vor Weihnachten widmen wir uns in der Fachkonferenz in vollen Zügen dem bildnerischen und künstlerischen Gestalten. Während in der Daltonphase und im Special Call eifrig für die bevorstehenden Semesterprüfungen gelernt und geübt wird, sorgen wir in unseren Kreativwerkstätten für einen lustigen und entspannten Ausgleich. Dazu bieten wir für die Weihnachtszeit passende Workshops, die von den Kindern in Kleingruppen besucht werden können:  

  • Krippen basteln: Auftakt dazu ist eine gemütliche Wanderung mit dem Ziel, Material (z.B. Zweige, Zapfen, Moos, u.dgl.) für die Krippe im Wald zu sammeln.
  • Kerzen gießen: Hier können Kinder ihre eigenen Kerzen gießen. Sie verarbeiten alte Wachsreste, erhitzen diese und gießen daraus neue und bunte Kerzen-Kreationen.
  • Kekse backen: In der Küche werden die Backöfen angeheizt, um Lebkuchen, Vanillekipferln, Mürbteig- und Cornflakes-Kekse zu backen und diese mit Mandeln, Staubzucker und Zuckerschrift zu verzieren.
  • Winterlandschaften: Zu guter Letzt werden aus Zeitungs- und Buntpapier zauberhafte Winterlandschaften gebastelt, die dann das Schulhaus schmücken.

Das Er- und Bearbeiten eines Themas über mehrere Wochen erlaubt eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema.

 

Überprüfungszeiten
Bei der Konzeptionsentwicklung war es uns sehr wichtig, eine Trennung zwischen Lernen, Prüfen und Rückmelden zu etablieren. Aus diesem Grund haben wir fest datierte Prüfungswochen mit anschließenden Orientierungsgesprächen eingeführt. Nicht die Noten, sondern die Lernresultate stehen hierbei im Vordergrund. So werden eventuelle Defizite frühzeitig diagnostiziert, um sie in der Folge gezielt aufzuarbeiten. Außerhalb der Prüfungswochen finden (mit Ausnahme von “Vokabeltests”) keine mündlichen oder schriftlichen Prüfungen statt. Als Vorteil empfinden vor allem Schüler und Eltern, dass es durch diese Strukturierung des Schuljahres nicht mehr zu einem Dauer-Prüfungsstress kommt – es bleibt mehr Zeit für nachhaltiges Lernen.

 

Bewegte Pause
Kooperationen nehmen an unserer Schule einen großen Stellenwert ein. In diesem Sinne gibt es eine gemeinsame Jause für alle SchülerInnen, die jeweils von einer Familie zur Verfügung gestellt wird. Es ist uns auch ein besonderes Anliegen, die gesamte Pause (45 Minuten) an der frischen Luft zu verbringen.